„Jetzt klicken wir hier, dann kommen wir dort hin“, sagte der Herr Junior- professor so oder so ähnlich via Audiostream, welcher dankenswerterweise bereitgestellt wurde, um der Vorlesung auch bequem von der heimischen Couch beizuwohnen. Nur dass ich beim Besuch des dort besprochenen virtuellen Museums zwar den Anweisungen folgend immer „hier“ klickte, aber nie „dort“ landete, sondern immer bei einem Nacktfoto von Marilyn Monroe.
Bene. Mediale Desorientierung, aber nur kurzeitig. Es folgte der Abschluss einer hörenswerten Veranstaltung mit durchaus vorhandenen Showqualitäten, fehlte nur der Gesang. Heute morgen nun die Klausur, keine unwichtige noch dazu, denn letzte reguläre Prüfung und noch einmal mit Gefühl, man kennt das. Ein kleiner, feiner Moment der Freiheit, der nur dadurch etwas ausgebremst wird, dass der wirklichen Freiheit noch diese Kleinigkeit namens Diplomarbeit im Weg steht. Doch eins nach dem anderen, erst krabbeln, dann gehen, dann laufen. Mittendrein, und das muss auch mal sein, Zeit für Reflexion, die Füße hochlegen, Filme nur des Vergnügens wegen schauen und kurz urlauben. Als erste Amtshandlung der jüngst installierten Freizeitregierung (Wahlmotto: Spaß! Spaß! Spaß!) werde ich dieses wunderbare Browsergame in Angriff nehmen, wo man einen kleinen Affen spielt, der mit Dartpfeilen auf Luftballons schießt. Danach werde ich mir Marilyn Monroe anschauen, in der Rolle ihres Lebens als wegretuschierte Tätowierung auf dem Unterarm von Megan Fox in Transformers – Revenge of the Fallen.
Und in drei Wochen bin ich zurück in der heimatlichen Bierstadt, sitze am See oder am Schreibtisch, ordne die Texte zur Diplomarbeit, feiere freudiges Wiedersehen. Und die Frau und ich, wir werden abends auf Terassen sitzen, importiertes Ottakringer trinken und die Zukunft planen. Ottakringer nach Bitburg zu tragen ist zwar wie Holz in den Wald, natürlich, aber eines der Dinge, die ich gern behalten will. Life is good.
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Na herzlichen Glückwunsch! Ob es jedoch als überflüssig (und auch hier versteckt sich bereits ein Wortspiel) anzusehen ist Bier (!) nach Bitburg zu tragen, darf man wohl getrost als Geschmackssache abhandeln. ;-)
Bitte kein Bierstreit. Du weißt doch ganz genau, dass euer bayrisches Weißbierzeug den kürzeren zieht.
(schlechte Wortspiele kosten übrigens 5 Euro – jeweils!)
Die Rede ist auch nicht von „Weißbierzeug“, sondern von Krönungen der bayerischen Braukunst, jenseits des Weißwurstäquators unter dem Begriff „Export“ geführt.
Im Übrigen habe ich mir fest vorgenommen deine Formulierung um „Marilyn Monroe … in der Rolle ihres Lebens“ in mein stetes Vokabular aufzunehmen. =)