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Archive for Juli, 2009

#3 – Sechsundzwanzig Fünfundvierzig

28. Juli 2009 | notizen

26,45 ist die magische Zahl, Einheit Euro, die ich gerade für einen wissenschaftlichen Fachtext ausgegeben habe, der nicht in Bibliotheken oder sonstwo günstig zu erwerben war, sondern nur als PDF und HTML käuflich im Internet. Willkommen also, in der Welt der Wissenschaft! Will sagen: Der richtigen Wissenschaft! Der Diplomarbeitsliteratur! Da wird noch Geld ausgegeben! Natürlich hätte ich auch die 105 Euro für die gesamte „New Review of Film and Television Studies“ hinlegen können, doch ich entschied mich für die abgespeckte Einzeltextvariante – Was der Mann von Uni wirklich braucht! – für schnäppchenhafte 26,45 inklusive VAT. Für 16 Seiten – ohne zu wissen was wirklich drin steht – schon ein stolzer Preis, doch ist dieser Text augenscheinlich so zentral für meine Diplomarbeit, dass ich wohl auch das Doppelte bezahlt hätte. Denn die beiden bekanntesten Wissenschaftler im Feld meines Diplomarbeitsthemas (dem Dokudrama), Derek Paget und Steven Lipkin, besprechen hier, was rein zufällig genau mein Untersuchungs- gegenstand ist: Die HBO-Miniserie Band of Brothers. Essentiell, muss gelesen werden, sonst braucht man gar nicht anfangen. Auch trifft sich das natürlich gut, könnte man denken, die beiden oft Zitierten schreiben zu genau meiner Miniserie. Vor allem da ich von diesem Text nichts wusste und dieser noch gar nicht veröffentlicht war, als ich Essay und Seminararbeit zu dem Thema schrieb, eine angenehme Überraschung. Doch, mal andersrum gedacht, eben weil ich nichts davon wusste und mir das Hirngespinnst einer eigenen zentralen Idee aufgebaut habe, bleibt nur zu hoffen, dass mein blühender Untersuchungsgegenstand nicht über Nacht als beackertes Feld markiert wurde und diese beiden Herren in ihrem Text nicht schon meine gesamte Diplomarbeit vorweg genommen haben. Auf 16 Seiten, ja, die könnten das.

Nun liegen besagte Seiten in ausgedruckter Form neben mir – und ich traue mich nicht reinzulesen. Nicht nur wegen der möglichen Auswirkungen, auch weil großer Wendepunkt im Sommer 2009: Es würde bedeuten, dass die Arbeit an meiner Diplomarbeit beginnt, endgültig, weniger theoretisch und überaus praktisch. Ich wäre in Gedanken nicht mehr im Urlaub, sondern an der Arbeit, der unaufhaltsame Prozess der schlaflosen Nächte und des Notizblock-Durcheinanders würde seinen Lauf nehmen, man müsste einen Plan machen, frühmorgens aufstehen und sich hinsetzen und alle Texte nochmal und überhauptmal lesen und alles das tun, wovon ich noch nicht weiß, ob es nicht noch eine Woche Zeit hat. Die Umzugswoche Wien-Bitburg ist gerade erst verdaut und ich muss noch ein paar andere Dinge – zum Beispiel diverse filmjournalistische Essayteile – schreiben, bevor ich mich dem Neuen widme. Arbeit und Aufgabe, doch erstmal diese 16 Seiten lesen und gucken, ob da nicht grundsätzlich korrigiert werden muss. Ich denke schon. Ich denke nicht.

Das Akkordeon

06. Juli 2009 | ausgedachtes

Über Josef Winklers Rede „Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär“, gehalten anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises am 1. November 2008 in Darmstadt.1

Worum es geht: Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung. Doch sind diese zwölf Druckseiten das Beste, was ich seit langem gelesen habe. Gut, das zu sagen ist natürlich übertrieben und dient der dramaturgisch selbstverständlich außerordentlich durchdachten Exposition dieser Zeilen. Aber dennoch: gerade jetzt, zu dieser Zeit, klingt es nach zuviel des Lobes, Winklers Text an die Spitze meiner aktuellen Leseliste zu stellen, denn mir sind in den letzten Wochen und Monaten komischerweise viele wirklich gute Bücher in die Hände gefallen. Unverhältnismäßig viele, würde ich behaupten, auch wenn dies wohl nicht jeder, schon gar nicht Josef Winkler, tun würde. Vielleicht aber, und das ist sehr warscheinlich der näher liegende Grund, bin ich derzeit auch nur leicht zu beeindrucken. Vielleicht auch, weil ich selbst mal wieder versuche zu schreiben, ein bißchen hier ein bißchen da ein bißchen was in Planung, und überall nach guten Gründen suche, das alles am besten bleiben zu lassen. Gute Gründe wie Josef Winkler zum Beispiel, dessen Preisrede anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 2008 – um es nochmal zu sagen, auch wenn es nur halb stimmt – das Beste ist, was ich in letzter Zeit gelesen habe.

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  1. Als PDF online abrufbar auf deutscheakademie.de unter Josef Winkler, 2008. Sehr lesenswert übrigens.

Der Plastikfilm

02. Juli 2009 | was über filme

Filme von Michael Bay und Hip Hop von 50 Cent haben eine große Gemeinsamkeit: Es ist nahezu unmöglich, sie gegen die Kritik zu verteidigen. Doch was sich mit eingängigen Beats und netten Melodien, kurzweiliger Unterhaltung und Geschmacksfragen herbei argumentieren lässt, bekommt in Sachen Endprodukt jedoch ein echtes Problem, wenn die schönen Oberflächen rissig werden und keine Substanz da ist, um Vergeigtes abzupuffern. So geschehen bei 50 Cents letztem Album, so geschehen nun auch bei Michael Bays aktuellem Blockbuster Transformers – Revenge of the Fallen.

Transformers - Die Rache / Bild von MovieGod.de
(Transformers – Die Rache / Bild von MovieGod.de)

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