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Die Epstein Fragmente #4

05. Januar 2010

An einem Herbsttag, Blätter lagen verstreut. Im Kaffeehaus spielte ein Pianist, in einer Ecke an einem kleinen Tisch, darauf eine Tasse Kaffee und ein Wasser, saß Gilbert Epstein. Und er, bereits winterlich im Gemüt, blickte nicht zum ersten Mal auf die Uhr. Er las die Zeitung eher beiläufig, um etwas zu tun zu haben, schien aber wenig konzentriert auf die Nachrichten des Tages, deren Aufbereitung ihm ohnehin nicht zusagte. Die Zeitungen werden immer dünner, hatte er eben noch zum Kellner gesagt, der den Kaffee servierte und mit stoischer Miene nickte.

Epstein befand, er warte schon viel zu lange auf die angekündigte Gesellschaft. Dabei hatte sie ihn hierher bestellt, es sei eilig, meinte sie noch am Telefon, wir treffen uns am besten gleich. Doch Epstein befand auch, dass dieses Bild, er mit Anzug und Zeitung, den Hut lässig am Ständer nebenan, sehr stimmig sei und und so elegant wirkte, dass er es durchaus mit seinem Selbstbild in Einklang bringen konnte. Er, ein Wartender. In seinem Beruf, da sei das ganz normal.

Nur was fehlte, das war die Zigarette, natürlich filterlos, Epstein schätzte eine gute filterlose Zigarette, die für gewöhnlich im Aschenbecher vor sich hin qualmte und nicht notwendigerweise geraucht wurde und mehr nur ins Bild passte. Aber Rauchverbot. Der Kellner mit der stoischen Miene hatte wiederholt darauf hingewiesen, nicht mit dem Zeigefinger, doch mit erhobener Nase. Hier kein Rauchen mehr. Man wisse ja, die Nichtraucher, das neue Gesetz. Epstein hatte genickt und auf die Uhr gesehen. Jetzt wo man nicht mehr dürfe, wollte man erst so wirklich.


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