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		<title>55118 Mainz &#8211; Was bisher geschah:</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 11:34:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[notizen]]></category>
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		<category><![CDATA[diplomarbeitstagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir sind umgezogen. Wir haben drei Zimmer gestrichen. Wir haben neue Möbel, deren Namen wir bald vergessen werden. Wir hatten Gäste. Wir haben viele Bücherregale. Wir haben noch keine Küche. Wir haben „Germany&#8217;s Next Topmodel“ geguckt. Wir waren auf einer Bad Taste Party. Wir haben einen orangefarbenen Lampenschirm. Wir sind aus Versehen zwei Mal  nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir sind umgezogen. Wir haben drei Zimmer gestrichen. Wir haben neue Möbel, deren Namen wir bald vergessen werden. Wir hatten Gäste. Wir haben viele Bücherregale. Wir haben noch keine Küche. Wir haben „Germany&#8217;s Next Topmodel“ geguckt. Wir waren auf einer Bad Taste Party. Wir haben einen orangefarbenen Lampenschirm. Wir sind aus Versehen zwei Mal  nach Wiesbaden gefahren. Wir haben eine neue Pizzeria. Wir haben die Band eines Bekannten im Radio gehört. Wir waren auf den Geburtstagsfeiern unserer Mütter. Wir waren an mehreren Orten gleichzeitig, aber wir sind noch immer nicht im Kino gewesen. Wir waren im Mainzelmännchen-Shop und haben eine große Tasse gekauft. Wir wurden gelobt. Wir haben einen neuen Teppich und es stehen nicht mehr viele Kartons im Flur. Wir haben Frühling.</p>
<p>Ich habe den Rhein gefunden. Ich habe zwei Zimmerdecken gestrichen. Ich esse jeden Morgen Bio-Toastbrötchen. Ich habe eine Schlagbohrmaschine bedient. Ich habe eine Blu ray gekauft ohne einen entsprechenden Player zu besitzen. Ich bin in fünf Minuten zu Fuß in die Stadt gegangen. Mir ist ein 3-Kilo Türstopper auf den Fuß gefallen. Ich kann „Heavy Cross“ nicht von „Love Long Distance“ unterscheiden. Ich hatte zu tun. Ich habe E-Mails an alte Freunde geschrieben. Ich habe mein Diplomarbeitstagebuch vernachlässigt. Ich habe an meiner Diplomarbeit geschrieben (und an ein paar <a title="Die Epstein-Fragmente" href="http://gilbertepstein.tumblr.com/" target="_self">Fragmenten</a>). Ich habe noch keinen Schreibtisch. Ich habe Bewerbungsfotos machen lassen. Ich habe einen Teppich durch die Gegend und durch zwei Supermärkte getragen. Ich höre seit Tagen den „Miami Vice“-Soundtrack.  Ich habe mich vor Wochen in einem Ikea-Regalfach geirrt.</p>
<p>Wir haben deshalb jetzt zwei Couchtische.</p>
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		<title>Von Notizbüchern, kein Jahresrückblick</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 12:10:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vogel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jahresende, da wären wir. Ich sitze also da, ein paar Tage nach dem Weihnachtstrubel, der dann doch keiner war, und halte ein Buch in Händen, das von Post-It-Lesezeichen zusammen gehalten wird, dessen türkisgrüne Farbe erstaunlicherweise eben jenes Türkisgrün ist, das auf dem Buchcover als Sekundärfarbe den Titelschriftzug schön bunt macht. Das ist purer Zufall, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jahresende, da wären wir. Ich sitze also da, ein paar Tage nach dem Weihnachtstrubel, der dann doch keiner war, und halte ein Buch in Händen, das von Post-It-Lesezeichen zusammen gehalten wird, dessen türkisgrüne Farbe erstaunlicherweise eben jenes Türkisgrün ist, das auf dem Buchcover als Sekundärfarbe den Titelschriftzug schön bunt macht. Das ist purer Zufall, aber es wirkt, als würden Buch und Lesezeichen zusammen gehören, als wären sie so auf die Welt gekommen, oder als hätte sich jemand die unsinnige Mühe gemacht, Cover und Lesezeichen farblich aufeinander abzustimmen.</p>
<p>Ich überlege, dies notizlich festzuhalten in meinem neuen Notizbuch, das ist rot und schön und mit Woodstockmotiv, und löst das alte schwarze ab, das zwar noch nicht vollgeschrieben war, das ich aber aus unerfindlichen Gründen nicht mehr mag, seitdem ich einen Uni-Wien-Aufkleber draufgepappt habe. Ich hatte sogar einen Bandaufkleber halb überlappend und an pubertäre Collage-Kreationen erinnernd drübergeklebt. Aber hätten die Sterne damals mein Notizbuch gefragt, wo fing das an was ist passiert, Ja, mein Notizbuch hätte antworten können, der Uni-Wien-Aufkleber, der hat mich so ruiniert. Jedenfalls saß ich da und war gerade mit Lesen fertig und trug in das neue Rote eine Zeile ein, die ich eine unbestimmte Zeit zuvor gelesen hatte und die ich unbedingt behalten wollte, weil sie mir so gut gefiel. Um an dieser Stelle aber nicht die gesamte Leseraufmerksamkeit auf eine Geschichte über eine Geschichte zu verschwenden, welche von einer Tat handelt, die letztlich komplett ohne jede weitere Bewandtnis im Hinblick auf den angekündigten Jahresrückblick bleibt, sei Folgendes gesagt: Dazu später mehr. Im alten Notizbuch fand ich dagegen dies hier: <span id="more-1340"></span></p>
<p><em>Die verrückte Inge hieß nicht etwa so, weil sie verrückt war. Nein, sie hieß so, weil sie sich mir so vorstellte: „Hallo, ich bin die verrückte Inge.“<br />
Wie sich fortan fast minütlich herausstellte, war die verrückte Inge der Typ Zwanzignochwas, welcher sich selbst und diversen anderen gerne versicherte, wie crazy und durchgeknallt, alternativ und sonstwie anders ihre Person so war in ihrem Wesen und in ihren Aktivitäten. Als Maßstab hierfür diente ihr jeweils das, was ich (oder womöglich jeder andere Gesprächspartner) gerade sagte. Sie behauptete einfach das Gegenteil und kicherte und guckte niedlich. So war sie vielleicht wirklich verrückt, die verrückte Inge, aber vielleicht nicht in dem Sinn, wie sie glaubte.<br />
Man musste sie einfach mögen.</em></p>
<p>Das steht so im alten Notizbuch, mittlerweile versehen mit einem türkisgrünen Pagemarker (damit die auch mal zum Einsatz kommen), und mir stellt sich folgende Frage: Was ist das überhaupt? Ich verlange Kontext! Wann und wo habe ich das geschrieben? Irgendwann 2009, gewiss, aber ich kann mich an niemanden namens Inge und an keine solche Person oder Unterhaltung erinnern. Passiert ist mir das so oder auch nur so ähnlich eher nicht. War das gedacht als etwas Literarisches? Als geheime Botschaft an mein zukünftiges Ich?  Wüsste nicht, jemals irgendwen oder irgendwas, und sei es ironisch, <em>crazy </em>genannt zu haben. Ich bin verwirrt. Doch das macht nichts. Denn würde man nach Klarheit und Entwirrung in der Vergangenheit suchen, würde man schließlich den Kalender aufschlagen, nicht das Notizbuch. So als Jahresrückblick ist ein Notizbuch in der Regel ungewöhnlich, man liest vorwiegend von Sachen, die nicht notwendigerweise so passiert oder so geblieben sind. Meist, oder zumindest im Fall meines mit Uni-Wien-Logo verschandelten kleinen Schwarzen, sind das Sachen, die in erster Linie nur geplant waren oder in einem Planungsstadium festgehalten wurden und sich dann weiterentwickelten oder in Vergessenheit gerieten oder überhaupt etwas ganz anders waren. Wie die verrückte Inge. Und rückblickend ist man einfach froh, dass es sie gibt. Hätte man sowas nicht festgehalten irgendwo, wer weiß wo sie heute wären, die Notiz oder auch die Inge.  Aber über die fünf angefangenen Kurzgeschichten, die ich auch noch in dem Buch fand, über die wäre ich aber am liebsten nicht mehr gestolpert.</p>
<p>Mit ein paar neuen Pagemarkern versehen, verstaue ich das alte Notizbuch in der Schublade neben den anderen, halb vollgeschriebenen Blöcken. Alle unterschiedlich in Form, Farbe und Papier. Ich habe das optimale Notizbuch noch nicht gefunden und manchmal würde ich für jede neue Notiz am liebsten ein neues anfangen. Aber fürs Erste muss die Welt mit einem Wust an Unfertigem leben und darf sich im nächsten Jahr gerne ein bißchen mehr Mühe geben, nicht wahnsinnig oder verrückt oder wahnsinnig verrückt zu werden. Jedenfalls nicht wie die verrückte Inge.</p>
<p>Und damit das nicht in Vergessenheit gerät, so zwischen den Jahren und zwischen den Notizbüchern: „Alfons war ein Spieler. Er spielte mit Ideen, die andere ernst nahmen.“ (Harald Martenstein – „Heimweg“, S. 75)</p>
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		<title>In spaceships, they won&#8217;t understand</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 13:51:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[notizen]]></category>
		<category><![CDATA[musikalisches]]></category>
		<category><![CDATA[zur lage]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurzer Zeitsprung, 2001 oder 2002. Ich bin siebzehn oder achtzehn Jahre alt, besuche äußerst erfolgreich die Oberstufe eines Gymnasiums und feiere gerade eine Freistunde in dieser gewissen, einer Kneipe nicht unähnlichen Lokalität gleich neben der Schule. Auf einmal tönen aus der überaus schäbigen Anlage zweieinhalb rotzig gespielte Akkorde in einem katastrophal beschissenen Sound, sind dabei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kurzer Zeitsprung, 2001 oder 2002. Ich bin siebzehn oder achtzehn Jahre alt, besuche äußerst erfolgreich die Oberstufe eines Gymnasiums und feiere gerade eine Freistunde in dieser gewissen, einer Kneipe nicht unähnlichen Lokalität gleich neben der Schule. Auf einmal tönen aus der überaus schäbigen Anlage zweieinhalb rotzig gespielte Akkorde in einem katastrophal beschissenen Sound, sind dabei aber so schwungvoll und so ansteckend, nicht nur fußwipptechnisch gesehen, dass ich nicht anders kann, als nie wieder den bisher so geliebten Punkrock zu hören. Wie sich rausstellte, war das „Last Nite“ von den Strokes. Und wie sich auch rausstellte, sahen diese fünf Typen aus wie ich. Durcheinander in den Haaren, allgemeine Verfassung blass bis irgendwie kränklich, und im Gesichtsausdruck eher gelangweilt. Klamottentechnisch hatten die Jungen aus New York mir natürlich einiges voraus, weil – auch das stellte sich heraus – die hatten ja alle so reiche Eltern. Aber das machte nichts, ich mochte sie trotzdem. Und alle anderen mochten sie auch. Und dann kamen ganz viele weitere Bands, die so waren die Strokes. Das war dann „Indie“, anfangs auch gern „Garagenrock“, weil die so klangen und weil das damals in Musikzeitschriften stand. Und wir, die nicht auf den Bühnen standen, wir trugen auch enge Jeans und dreckige weiße Turnschuhe. Das war wieder cool, wahrscheinlich zum ersten Mal seit den Ramones, die wir natürlich auch alle mochten. <span id="more-1297"></span></p>
<p><em>[Um die folgenden Jahre kurz zu beschreiben: The Libertines, The Von Bondies, The Detroit Cobras, The Mando Diao, The Franz Ferdinand, The Arctic Monkeys, The Killers, The Maximo Park, The Razorlight, The Milburn, The Metric, The Modest Mouse, The Yeah Yeah Yeahs, The Kooks, The Walkmen, The Long Blondes, The Fratellis, The View, The Thermals, The Walkmen und zwanzig andere Bands, die real oder nur ideell ein „The“ im Namen trugen.]</em></p>
<p>2005 war ich dann in der Großstadt, zwar nicht in New York, dieser grausamen filminduzierten Sehnsucht, sondern studieren und leben und arbeiten in Wien. Indie war auch dabei, keine Frage, erlebte dort auch immer neue Höhepunkte. Eine ganze Zeit lang habe ich für ein mittlerweile leider verstorbenes Jugendmagazin über Musik geschrieben und Konzerte fotografiert. 2007 fing es an irgendwie zu kriseln, mit dem Indie und mir. Jede Woche Musikzeitschriften und MySpace gewälzt, was denn das nächste große Dinge sein könnte, die nächste Sau, die ganz musikjournalistisch durchs Indie-Dorf getrieben wurde. Das drohte, recht bald doof zu werden. Auch weil sich alles wiederholte und dann zu oft wiederholte und irgendwann schon eine nichtverzerrte, kurz angeschlagene Gitarre reichte, um indiechic zu sein. Ich schrieb immer dieselben Sätze. Ich kann das Wort „Indie“ heute noch immer nicht hören oder schreiben ohne an damals zu denken, wo es anfing, mir auf den Geist zu gehen. Doch die oben genannten Bands, die in der Zeitreise, die betrifft das ja noch gar nicht. Die waren und sind ja alle noch toll, auch wenn ich mich nur bei gut der Hälfte von denen für eine neue CD interessieren würde. Aber damals, da passte das schon.</p>
<p>Danach aber, so 2008, auf dem Höhepunkt des allgemeinen und meines persönlichen Überdruss‘, hochgefeiert, tiefgefallen, war Indie plötzlich mehr als tot und wurde für mich auf einem Konzert der Pigeon Detectives beerdigt. Das war zu einer Zeit, da hatte ich schon gar keine Lust mehr, über die neuen Bands zu schreiben und den wöchentlichen Bausatz an Phrasen über eine Band zusammen zu schustern, und machte lieber nur Fotos von den örtlichen Wien-Konzerten im Flex oder in der Arena oder im Chelsea. Wie gesagt, The Pigeon Detectives. Ein Song, den man ungefähr als Hit beschimpfen könnte („I Found Out“) und sonst viel einerlei mit den Indiegitarren und den bekannten Posen. Und genau diese Posen waren es auch, die nach all dem Überdruss und Maleinaugezudrücken bei immer neuen unbedeutenden Bands (ich huste den Namen &#8222;Klaxons&#8220;), das Fass sozusagen zum Überlaufen brachten. Möglicherweise lag es auch daran, dass ich mittlerweile älter war als die Herren auf der Bühne. Posen! Gehabe! Pigeon Detectives! Der warf sich in immer neue Verrenkungen und kippte sich mit einer Wasserflasche alle 40 Sekunden Wasser ins Gesicht, damit er seine Haare schütteln und auf Fotos gut und professionell ausgepowert aussehen konnte. Sein Hemd wirkte verschwitzt, es war nur nass. Die ultimative Rockstar-Pose in einem nichtmal zur Hälfte ausverkauften Wiener Flex. Ewig hochgehaltene Indie-Seele, das tat weh. Die Coolness war keine echte mehr, das sollte alles nur noch gut aussehen, die Musik war da nur noch Nebensache. Oder war das etwa schon immer so gewesen? 40 Minuten, einmal das Album durchgespielt, dann ab nach Hause. Doch wenn der Opa mal eine Geschichte aus dem Krieg erzählen darf: Das war zu der Zeit keine Seltenheit. Bands wie The Rifles, Shitdisco und The Wombats gaben dieser Tage ähnlich traurige Live-Vorstellungen. Zugaben gabs praktisch nie. Aber nicht weil die jungen Herren nicht gewollt hätten, sondern weil sie einfach keine Songs mehr hatten. Manche Bands waren sich auch nicht zu schade, ihren einzigen Hit als Zugabe einfach nochmal zu spielen. Es schien, da kamen immer neue Bands, wurden von den Plattenfirmen auf Europatour durch die Clubs geschickt und hatten nichtmal zwölf Songs für eine Vorstellung zusammen. Und diesen Rifles musste das Gitarrespielen erst von der Plattenfirma beigebracht werden. Was da blieb, klar, war die Pose. Langsam wurde mir klar, dass nicht nur die Industrie mal wieder den Geist der Musik gefressen hatte, sondern dass ich als halber Musikjournalist ein Teil des von mir angeblich so gehassten Kreislaufs geworden war.</p>
<p>Der Rest ist Klischee: Viele Dinge sind geschehen, die man zwar als Resultat komplexer Zusammenhänge und Zufälle darstellen könnte, doch im Prinzip habe ich aufgehört über Musik zu schreiben und werde das auch nie wieder tun. Es ist das passiert, was man mir beim Filmstudium immer sagte, wovor gewarnt wurde und was eine durchaus üble Gefahr darstellt. Wenn du Filme liebst, studiere nicht Filmwissenschaft. Beschäftige dich nicht zu viel damit, sonst geht’s dir irgendwann auf den Sack. Beim Film ist das nie passiert, da hab ich immer drauf aufgepasst, dass ich nicht zu viel und zu schnell und zu alles. Aber dann, mit der Musik, da reichte eine Nebentätigkeit und ein bißchen Besessenheit und ein bißchen Nichtaufpassen und schon war‘s passiert: Schnauze voll, ich wollte mit Musik und gleich der ganzen Industrie nichts mehr zu tun haben. Ich habe nicht mehr für das Jugendmagazin gearbeitet. Ich habe mir keine neuen CDs mehr gekauft, keine Musikblogs mehr gelesen und keine Zeitschriften mehr gekauft. Und ich ging auf keine Konzerte mehr.<br />
Seitdem glaubte ich, dass ich all die gute Musik schon kennen würde, dass mich nichts mehr so vom Fleck weg begeistern würde, wie die Songs von damals, als die Welt noch in Ordnung war, der Garagen-Indierock noch Eier hatte und nicht zur Pose verkommen schien. Wenn ich diese Bands hörte, dann nur noch ihre ersten Alben, sofern sie überhaupt darüber hinaus gekommen waren. Außer die Strokes, von denen hörte ich alles. Und immer. Die hatten mich nie verraten. Ein kleines Stück der Welt war noch im Lot. Doch ich fürchtete, ich wäre schlimmstenfalls erwachsen geworden und würde noch mit vierzig die alten Alben hören. Wie Fans von ACDC oder Westernhagen oder, was weiß ich, Michael Schumacher. Ich trauerte.<br />
Dann kam Tocotronics „Kapitulation“. Und ich kapitulierte mit. Meine Jugendbewegung, deren Teil ich hatte sein wollen und die ich von 2001 bis dorthin mitgelebt hatte, wurde heimlich, still und leise zu Grabe getragen. Gesiegt hatte die Industrie, die Maschine, das Geld. Erst kamen die Franz Ferdinands mit ihren Ringelpullis, dann kamen die Emos. Und wir Indie-Kinder, wir waren Mitte zwanzig und deprimiert.</p>
<p>Doch 2009, da ist etwas passiert, das meine fast zweijährige musikalische Krise beendete: Julian Casablancas veröffentlicht ein Soloalbum, ganz ohne Strokes. Und ich musste einfach reinhören. Die neuen Alben von Maximo Park und der Arctic Monkeys habe ich bis heute nicht gehört. Aber Casablancas, der musste einfach. Mit reichlich Synthies läuft er an, der erste und einzige Track, den ich bislang wirklich von „Phrazes For The Young“ gehört habe: „Out Of The Blue“. Elektronisch mit blinkenden Knöpfen und Schaltern, die ratternd in die erste Strophe treiben, wo der junge Casablancas klingt wie ein alter Johnny Cash. Rückblickend, müde, lethargisch wie immer schon und auch ein bißchen weise. Ich war platt und umgehauen und alle musikalische Abstinenz scheint vergessen, ein kleines Erlebnis wie damals, das erste Strokes-Lied.</p>
<blockquote><p>And the ones that I made pay<br />
were never the ones who deserved it,<br />
And the ones who deserved it,<br />
they&#8216;ll never understand it.</p>
<p>Yes, I know I&#8216;m going to hell in a leather jacket,<br />
At least I&#8216;ll be in another world<br />
while you&#8216;re pissing on my casket.</p></blockquote>
<p>Da schwang so viel Wut und Reue und rückblickende Gleichgültigkeit mit, die in etwa dem nahe kam, was ich selbst von der Musik und letztlich von der Welt insgesamt hielt. Es geht um die pubertären Posen der Ablehnung, der Rebellion und des Unverstandenseins. Es ist ein letztes Aufflammen der ganzen Emotion und der Unbeherrschtheit, kurz bevor man sie für immer hinter der Maske wegschließt und behauptet, man sei jetzt erwachsen und da gehöre sich das eben nicht mehr. Ein letzter Mittelfingerzeig vor der Selbstaufgabe oder vielleicht doch nur ein trauriger Abgesang auf vertrocknete Selbstbilder.</p>
<blockquote><p>All that I can do is sing a song of faded glory,<br />
All you got to do: sit there, look great, and make them horny.<br />
Together we&#8216;ll sing tones and tell exaggerated stories,<br />
About the way we feel today in the night and in the morning.</p></blockquote>
<p>Wie ein Blick in den Rückspiegel, während man mit Vollgas und angezogener Handbremse in eine Zukunft brettert, von der man nicht einmal genau weiß, wo genau sie stattfinden wird. Geschweige denn, wie sie einmal aussehen soll. Ich habe wieder angefangen, Alben zu kaufen. Gisbert, Editors, Mumford &amp; Sons. Ich lese nach wie vor keine Musiblogs und keine Musikzeitschriften, weil in denen steht sowieso immer nur dasselbe. Doch irgendwo bin ich noch immer der gelangweilt dreinblickende Junge mit dem Durcheinander in den Haaren. Und mir ist völlig klar, dass auch das wieder nur eine Pose ist.</p>
<p>Aber ich höre wieder zu. Und ab und zu tanze ich ein bißchen vor mich hin.</p>
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		<title>#6 &#8211; Fünfzehn Seiten</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 10:44:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[notizen]]></category>
		<category><![CDATA[diplomarbeitstagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Fünfzehn Seiten sind schon ganz in Ordnung, denk ich mir. Ich trage eine rote Weste, unter mir ein unbequemer Holzhocker, der diesen 400-Euro Brotjob nicht gerade erträglicher macht. Die letzte Stunde ist gerade angebrochen, also die, wo nie was los ist und ich im Durchzug sitzend Dinge lese, wie gerade die ersten Versuche der großen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fünfzehn Seiten sind schon ganz in Ordnung, denk ich mir. Ich trage eine rote Weste, unter mir ein unbequemer Holzhocker, der diesen 400-Euro Brotjob nicht gerade erträglicher macht. Die letzte Stunde ist gerade angebrochen, also die, wo nie was los ist und ich im Durchzug sitzend Dinge lese, wie gerade die ersten Versuche der großen Arbeit.<br />
Ich habe beschlossen, die Diplomarbeit nur noch „die große Arbeit“ zu nennen. Oder „die Arbeit“. Oder „Ich hasse dich und möchte, dass du endlich aus meinem Leben verschwindest“. Auf der anderen Seite rede ich mir ein, dass es Spaß macht, wieder tage- und nächtelang zu schreiben. Auch wenn es nicht dasselbe ist wie damals in der Wiener Küche. Dabei habe ich mir redlich Mühe gegeben, das Gefühl von damals zu imitieren. Habe Martenstein gelesen. Habe Ottakringer getrunken. War mal wieder ein bißchen besessen und auch besessen von dem Wunsch, etwas auf die Beine zu stellen. Doch dann besetzten die Wiener Studenten in der vertrauten Ferne ihre und auch meine Uni und es war ein bißchen wie damals, so vom Gefühl her, als ich das erste Konzert der Libertines ohne Pete Doherty gesehen habe: Man war dabei, bei der ganzen Sache, aber dann war’s doch nicht so ganz. Damals Pete Doherty, heute fehlte ich. Der eigene, gewollte Weg, nun, in seinem Fall, da gibt‘s die Babyshambles und in meinem Fall, da gibt‘s Freunde und Bekannte, die einen riesigen Hörsaal besetzen und diskutieren, was endlich besser gemacht werden muss. Doch ich sitze weit entfernt auf einem kaputten Hocker und diskutiere mit mir selbst, was nach der durchkämpften und verlassenen Wiener Uni diese unförmige Zukunft bitte Einträgliches bringen wird. Ich fühle mich als hätte ich alles und jeden verraten und verkauft. Verraten! Verkauft! Die bequemen, gelebten Posen flammen auf. Rebellentum, ich will das auch.</p>
<p>Doch natürlich kam es anders. Und warum? Wegen einem Anruf. Ich friere. Kurz nach sieben ist es, viel zu früh am Morgen. Die Scheiben des alten VW Passat sind beschlagen, und seitdem der CD-Player kaputt ist, suche ich ständig einen Sender, der keine Radiocomedy bringt. Statt der roten Weste mit dem schiefen Namensschild trage ich heute Hemd, Schal, Sakko. Mein zweites Ich ist unterwegs, der Superheld. Ich wurde gerufen, den Notjob zu verlassen, um für kurze Zeit einen besseren anzunehmen. Ich wurde &#8222;Herr Simon&#8220;, der Aushilfslehrer, der eine Woche lang mit Zehntklässlern übers Geschichtenerzählen redet &#8211; über Kurzgeschichten und Popmusik und Filme und übers Selberschreiben. Zehntklässler sind so fünfzehn sechszehn und haben noch sowas wie Energie. Wir nennen es Medienpädagogik. Wir haben über Hemingway gesprochen, über Kanye West, Death Cab For Cutie, Almost Famous und über all das, was wichtig ist. Es wurde Theater gespielt, es wurde Lehrer gespielt. Und irgendwo in diesem Klassenzimmer ist auch ein bißchen was von mir selbst wieder aufgetaucht.<br />
Am ersten Tag zurück in der toten Weste habe ich gekündigt. Ich trage die gute Laune in mir, nie wieder bunter Cowboy zu sein. Und eh ichs vergesse, die ersten fünfzehn Seiten, so schlecht sind die gar nicht.</p>
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		<title>#5 &#8211; Und der Oscar geht an</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 09:31:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vogel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[diplomarbeitstagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Und was bist du dann nach deinem Studium?&#8220; ist so eine Frage, die ich prinzipiell nur noch mit &#8222;Raketenwissenschaftler&#8220; beantworte. Oder richtiger: beantworten würde. Wenn ich denn cool wäre.
Stattdessen ringe ich. Studiert man Theater-, Film- und Medienwissenschaft, muss man vom ersten bis zum letzten Semester klarstellen, dass diese Ausbildung nichts mit Regieführen und Schauspielen zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Und was bist du dann nach deinem Studium?&#8220; ist so eine Frage, die ich prinzipiell nur noch mit &#8222;Raketenwissenschaftler&#8220; beantworte. Oder richtiger: beantworten würde. Wenn ich denn cool wäre.<br />
Stattdessen ringe ich. Studiert man Theater-, Film- und Medienwissenschaft, muss man vom ersten bis zum letzten Semester klarstellen, dass diese Ausbildung nichts mit Regieführen und Schauspielen zu tun hat &#8211; und man selbst in Zukunft entsprechend wenige bis garkeine Oscars gewinnen wird. Ich sage dann immer: Wir sind die Theoretiker, die Regisseure und Schauspieler und Kameraleute die Praktiker. Was jedoch nicht heißt, dass Theoretiker nicht auch Praktiker sein könnten oder Praktiker Theoretiker. Da wird&#8217;s dann kompliziert. Ich sag dann immer: Ich bin kein Regisseur. Auch wenn ich damals beim Berufsberatungs-Schnelltest in der Schule meine Interessen soweit zurechtgelogen habe, dass unter den Top 3 meiner zukünftigen, für mich idealen Berufsbilder tatsächlich &#8222;Filmregisseur&#8220; auftauchte (wie im Übrigen auch &#8222;Fischer&#8220; und &#8222;Opernkomponist&#8220;).</p>
<p>Die Frau sagt dann immer, ich soll nicht so hart sein mit den Leuten. Und sie hat ja recht. Kein Mensch weiß, was genau Filmwissenschaft ist, und den meisten Leuten ist das dann natürlich entsprechend gleich. Und es fehlt ja die klare Linie: Studiert man Medizin, wird man Arzt. Studiert man Jura, wird man Anwalt. Studiert man Pharmazie, wird man Geisteskrank. Aber was wird man, wenn man Filmwissenschaft studiert hat? Ganz klar kein Regisseur. Doch unfair, finde ich. Bei Germanisten zum Beispiel, da fragt ja nie einer. Da heißt&#8217;s dann, was man später mal werden will und wie man sich das alles so vorstellt. Das klingt dann wesentlich positiver als bei uns, den obsukuren Filmheinis. Bei Germanistik, da weiß jeder: den Guten stehen die Toren zur Welt offen und den Schlechten die zum Arbeitsamt. Bei uns ist das praktisch genauso, sag ich dann immer. Die Frau meint, ich soll nicht so gemein sein zu den Leuten, sie habe auch nie so genau gewusst, was ich hier eigentlich mache. Ich nehme es ihr nicht übel, genauso wenig wie die Tatsache, dass sie sich weigert, mein Blog zu lesen. Doch vorm Schlafengehen denk ich dann manchmal, ich wäre wohl besser Fischer oder Opernkomponist geworden, statt Regisseur.</p>
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		<title>#4 &#8211; Bitburg</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 17:38:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8222;Wo fing das an, was ist passiert, was hat [m]ich bloß so ruiniert?&#8220;, wurde neulich gefragt, mitten hinein in die Rückkehr nach Heimatstadt, ins Herz der an rostende Kleinwagen gebundenen Nostalgie. Ich erinnere mich an den roten Opel Corsa und den weißen Renault 5. An Millencolin und Lagwagon und die Skateboards und die Akustikgitarren am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Wo fing das an, was ist passiert, was hat [m]ich bloß so <a href="http://www.youtube.com/watch?v=JE0vmyo1j4M">ruiniert</a>?&#8220;, wurde neulich <a href="http://twitter.com/riot36/status/3332374157">gefragt</a>, mitten hinein in die Rückkehr nach Heimatstadt, ins Herz der an rostende Kleinwagen gebundenen Nostalgie. Ich erinnere mich an den roten Opel Corsa und den weißen Renault 5. An Millencolin und Lagwagon und die Skateboards und die Akustikgitarren am Stausee. An Sechserpack Bitburger und enge Straßen mit Wald neben damals langweiligen, heute schönen Maisfeldern. August! schreit der Hochsommer und der Apfelbaum wirft mit Obst. Ich höre, andere wären auch wieder da. Sie schreiben Arbeiten oder arbeiten was sie gelernt haben. Ich rufe Mainz 2010, Berlin 2011! August! bald ist Weihnachten.</p>
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		<title>#3 &#8211; Sechsundzwanzig Fünfundvierzig</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 08:15:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[notizen]]></category>
		<category><![CDATA[diplomarbeitstagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[26,45 ist die magische Zahl, Einheit Euro, die ich gerade für einen wissenschaftlichen Fachtext ausgegeben habe, der nicht in Bibliotheken oder sonstwo günstig zu erwerben war, sondern nur als PDF und HTML käuflich im Internet. Willkommen also, in der Welt der Wissenschaft! Will sagen: Der richtigen Wissenschaft! Der Diplomarbeitsliteratur! Da wird noch Geld ausgegeben! Natürlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>26,45 ist die magische Zahl, Einheit Euro, die ich gerade für einen wissenschaftlichen Fachtext ausgegeben habe, der nicht in Bibliotheken oder sonstwo günstig zu erwerben war, sondern nur als PDF und HTML käuflich im Internet. Willkommen also, in der Welt der Wissenschaft! Will sagen: Der <em>richtigen</em> Wissenschaft! Der Diplomarbeitsliteratur! Da wird noch Geld ausgegeben! Natürlich hätte ich auch die 105 Euro für die gesamte „New Review of Film and Television Studies“ hinlegen können, doch ich entschied mich für die abgespeckte Einzeltextvariante – <em>Was der Mann von Uni wirklich braucht!</em> &#8211; für schnäppchenhafte 26,45 inklusive VAT. Für 16 Seiten – ohne zu wissen was wirklich drin steht – schon ein stolzer Preis, doch ist dieser Text augenscheinlich so zentral für meine Diplomarbeit, dass ich wohl auch das Doppelte bezahlt hätte. Denn die beiden bekanntesten Wissenschaftler im Feld meines Diplomarbeitsthemas (dem Dokudrama), Derek Paget und Steven Lipkin, besprechen hier, was rein zufällig genau mein Untersuchungs- gegenstand ist: Die HBO-Miniserie <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Band_of_Brothers_(TV_miniseries)">Band of Brothers</a>. Essentiell, muss gelesen werden, sonst braucht man gar nicht anfangen. Auch trifft sich das natürlich gut, könnte man denken, die beiden oft Zitierten schreiben zu genau meiner Miniserie. Vor allem da ich von diesem Text nichts wusste und dieser noch gar nicht veröffentlicht war, als ich Essay und Seminararbeit zu dem Thema schrieb, eine angenehme Überraschung. Doch, mal andersrum gedacht, eben weil ich nichts davon wusste und mir das Hirngespinnst einer eigenen zentralen Idee aufgebaut habe, bleibt nur zu hoffen, dass mein blühender Untersuchungsgegenstand nicht über Nacht als beackertes Feld markiert wurde und diese beiden Herren in ihrem Text nicht schon meine gesamte Diplomarbeit vorweg genommen haben. Auf 16 Seiten, ja, die könnten das. </p>
<p>Nun liegen besagte Seiten in ausgedruckter Form neben mir – und ich traue mich nicht reinzulesen. Nicht nur wegen der möglichen Auswirkungen, auch weil großer Wendepunkt im Sommer 2009: Es würde bedeuten, dass die Arbeit an meiner Diplomarbeit beginnt, endgültig, weniger theoretisch und überaus praktisch. Ich wäre in Gedanken nicht mehr im Urlaub, sondern an der Arbeit, der unaufhaltsame Prozess der schlaflosen Nächte und des Notizblock-Durcheinanders würde seinen Lauf nehmen, man müsste einen Plan machen, frühmorgens aufstehen und sich hinsetzen und alle Texte nochmal und überhauptmal lesen und alles das tun, wovon ich noch nicht weiß, ob es nicht noch eine Woche Zeit hat. Die Umzugswoche Wien-Bitburg ist gerade erst verdaut und ich muss noch ein paar andere Dinge – zum Beispiel diverse filmjournalistische Essayteile – schreiben, bevor ich mich dem Neuen widme. Arbeit und Aufgabe, doch erstmal diese 16 Seiten lesen und gucken, ob da nicht grundsätzlich korrigiert werden muss. Ich denke schon. Ich denke nicht. </p>
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		<title>#2 &#8211; Ich sing dir ein Lied von Marilyn Monroe</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 14:19:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[notizen]]></category>
		<category><![CDATA[diplomarbeitstagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[„Jetzt klicken wir hier, dann kommen wir dort hin“, sagte der Herr Junior- professor so oder so ähnlich via Audiostream, welcher dankenswerterweise bereitgestellt wurde, um der Vorlesung auch bequem von der heimischen Couch beizuwohnen. Nur dass ich beim Besuch des dort besprochenen virtuellen Museums zwar den Anweisungen folgend immer „hier“ klickte, aber nie „dort“ landete, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Jetzt klicken wir hier, dann kommen wir dort hin“, sagte der Herr Junior- professor so oder so ähnlich via Audiostream, welcher dankenswerterweise bereitgestellt wurde, um der Vorlesung auch bequem von der heimischen Couch beizuwohnen. Nur dass ich beim Besuch des dort besprochenen <a href="http://www.mztv.com/mz.asp">virtuellen Museums</a> zwar den Anweisungen folgend immer „hier“ klickte, aber nie „dort“ landete, sondern immer bei einem Nacktfoto von Marilyn Monroe.</p>
<p>Bene. Mediale Desorientierung, aber nur kurzeitig. Es folgte der Abschluss einer hörenswerten Veranstaltung mit durchaus vorhandenen Showqualitäten, fehlte nur der Gesang. Heute morgen nun die Klausur, keine unwichtige noch dazu, denn letzte reguläre Prüfung und noch einmal mit Gefühl, man kennt das. Ein kleiner, feiner Moment der Freiheit, der nur dadurch etwas ausgebremst wird, dass der wirklichen Freiheit noch diese Kleinigkeit namens Diplomarbeit im Weg steht. Doch eins nach dem anderen, erst krabbeln, dann gehen, dann laufen. Mittendrein, und das muss auch mal sein, Zeit für Reflexion, die Füße hochlegen, Filme nur des Vergnügens wegen schauen und kurz urlauben. Als erste Amtshandlung der jüngst installierten Freizeitregierung (Wahlmotto: Spaß! Spaß! Spaß!) werde ich dieses wunderbare Browsergame in Angriff nehmen, wo man einen kleinen Affen spielt, der mit Dartpfeilen auf Luftballons schießt. Danach werde ich mir Marilyn Monroe anschauen, in der Rolle ihres Lebens als wegretuschierte Tätowierung auf dem Unterarm von Megan Fox in <em>Transformers – Revenge of the Fallen</em>.</p>
<p>Und in drei Wochen bin ich zurück in der heimatlichen Bierstadt, sitze am See oder am Schreibtisch, ordne die Texte zur Diplomarbeit, feiere freudiges Wiedersehen. Und die Frau und ich, wir werden abends auf Terassen sitzen, importiertes Ottakringer trinken und die Zukunft planen. Ottakringer nach Bitburg zu tragen ist zwar wie Holz in den Wald, natürlich, aber eines der Dinge, die ich gern behalten will. Life is good.</p>
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		<title>#1 &#8211; Ledertasche schreibt Diplomarbeit</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 09:07:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[notizen]]></category>
		<category><![CDATA[diplomarbeitstagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Es begann alles damit, dass ich über Richard Linklater schreiben wollte. 
So jedenfalls sollte diese Textreihe, die im Übrigen erst ab Juli geplant war, ursprünglich beginnen. Doch wie meine Diplomarbeit über Richard Linklater nie zu Stande kam, so kam es auch, dass ich heute stundenlang mit vom Juniregenscheißwetter nassen Socken an verschiedenen Wiener Institut(ion)en rumsaß, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Es begann alles damit, dass ich über Richard Linklater schreiben wollte. </em></p>
<p>So jedenfalls sollte diese Textreihe, die im Übrigen erst ab Juli geplant war, ursprünglich beginnen. Doch wie meine Diplomarbeit über Richard Linklater nie zu Stande kam, so kam es auch, dass ich heute stundenlang mit vom Juniregenscheißwetter nassen Socken an verschiedenen Wiener Institut(ion)en rumsaß, sprich: es kam anders als geplant. <span id="more-832"></span>Ein wenig ziellos wanderte ich vorher durch die mit Schirmträgern überfluteten Straßen und verdaute kleine, eingesteckte Niederlagen, die natürlich keine wirklichen Niederlagen waren, sondern nur hilfreiches Realtitätsdings, was meine subjektive Wahrnehmung aber (eh klar) als persönlichen Fehlschlag einstufte. Was selbstverständlich rein gar nichts besser macht. Dies gesagt, muss dieses Tagebuch auf andere Weise eröffnet werden. Nicht mit schönen Worten über die nie geschriebene Linklater-Arbeit oder mit Wissenswertem über mein tatsächliches, aktuelles Thema. Auch nicht über die Unibürokratien, denn so notwendig und kleinkariert diese sind, so langweilig und uninteressant ist das Schreiben darüber. Nein, dieses Tagebuch beginnt anders: und zwar mit der Selbstinszenierung eines persönlichen Fehlschlags, der dem Nassesockentag dann engültig den Rest gab. Denn während ich so mit der ersten Fuhre Diplomarbeitsliteratur unterm Arm an der Haltestelle stand, also fraglos intelligent aussah, da kam eine gutaussehende Frau auf mich zu, noch keine dreißig und mit rotbraunen Locken, und lächelt mich an. Innerlich bereite ich mich schon darauf vor, eine vielleicht nicht tages- aber zumindest egorettende Einladung zum KaffeeTeeGeschlechtsverkehr mit dem Hinweis auf den Ring an meinem Finger abzulehnen. Doch Nein, nicht notwendig, sie fragt mit interessiertem wie fachkundigen Blick, wo ich denn bitte – Achtung: Fehlschlag folgt! – diese schöne Ledertasche gekauft hätte, sie würde genau so eine schon überall suchen, aber nirgends finden.</p>
<p>Stille.</p>
<p>Ich also schulterte meine Frauentasche mit dem bißchen Stolz, der einem noch bleibt, nachdem man einer wildfremden Frau Auskunft über Taschen gab, und stieg in die Straßenbahn. Es begann also alles damit, dass ich zum vom Pferd geschossenen Indianer wurde und der Ouvertüre meines eigentlich erst für Juli geplanten Diplomarbeitstagebuchs einen Titel gab, auf den Karl May nie gekommen wäre.</p>
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		<title>Herr Klosterman, es tut mir leid. Über Chuck Klostermans &#8222;Downtown Owl&#8220;</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jun 2009 10:56:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vogel</dc:creator>
				<category><![CDATA[notizen]]></category>
		<category><![CDATA[chuck klosterman]]></category>
		<category><![CDATA[lektüre]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[
„Downtown Owl“ ist ein Roman. Dies scheint nicht unwichtig zu erwähnen, weder für diese Rezension, noch für Chuck Klosterman. Denn auf die Textgattung und ihren rein fiktionalen Charakter hinzuweisen – was auf den Roman-eröffnenden Seiten gleich mehrfach geschieht – ist zweifellos von Nöten, wenn der Autor bislang einzig durch die niedergeschriebene Inszenierung der eigenen Person [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://herrvogel.net/wp-content/uploads/2009/06/chuck-klosterman_downtown-owl-07.jpg" alt="Chuck Klosterman - Downtown Owl - Scribner 2008 / Foto: C.S." title="Chuck Klosterman - Downtown Owl - Scribner 2008 / Foto: C.S." class="alignnone size-full wp-image-786" /></p>
<p>„Downtown Owl“ ist ein Roman. Dies scheint nicht unwichtig zu erwähnen, weder für diese Rezension, noch für Chuck Klosterman. Denn auf die Textgattung und ihren rein fiktionalen Charakter hinzuweisen – was auf den Roman-eröffnenden Seiten gleich mehrfach geschieht – ist zweifellos von Nöten, wenn der Autor bislang einzig durch die niedergeschriebene Inszenierung der eigenen Person in Erscheinung getreten ist. Klosterman, Journalist und Essayist und mein persönlicher Held, veröffentlichte bisher vorwiegend nichtfiktionale, meist autobiographische Textsammlungen („Sex, Drugs and Cocoa Puffs“) oder Memoiren („Fargo Rock City“), welche ihm den Ruf des ultimativen Nerds und Experten für US-Popkultur einbrachten. „Downtown Owl“ ist seine fünfte Buchveröffentlichung in acht Jahren und – wie mittlerweile klar sein sollte – sein erster Roman. <span id="more-770"></span></p>
<p>Doch scheint Klosterman den Roman nicht ganz so weit von der eigenen Person weggeschoben zu haben, wie die zahlreichen Hinweise glauben machen wollen. Denn allein: „Downtown Owl“ spielt in Owl, einem fiktiven 800-Einwohner-Nest im ländlichen North Dakota – wo sich Klosterman bestens auskennen dürfte, wuchs er doch in einem vergleicharen Ort im selben US-Bundesstaat auf. Auch die im Roman behandelten Themen sind für Klosterman keine unbekannten, bleibt er auch dort dem „write what you know“-Grundsatz treu: Landleben, High School Football, Erwachsenwerden, Musik. Diese behandelt Klosterman in „Downtowl Owl“ anhand dreier Protagonisten, die abwechselnd die Handlung der recht kurzen Kapitel bestimmen: Mitch, ein High School Quarterback, der lieber schläft als Football spielt. Julia, eine junge Lehrerin, die gerade nach Owl zog. Und Horace, ein Rentner und Witwer, dessen tägliche Routine vom Cafébesuch in der Stadt bestimmt wird. Anhand dieser drei Figuren erzählt Klosterman episodisch vom Leben in der verschlafenen Kleinstadt, und versucht die Zusammenhänge beziehungsweise Nicht-Zusammenhänge an einem Ort herauszustellen, in dem jeder über jeden Bescheid weiß, doch niemanden den anderen kennt. Klostermans Protagonisten erfüllen entsprechende Rollenmodelle und werden mit jeweils individuellen Aufgaben hinsichtlich der Handlungskontruktion betraut: Horace&#8216; Geschichte symbolisiert das Alt-Eingesessene, liefert teils anekdotisch die Hintergründe zum Leben in Owl. Mitch dagegen erlebt das Erwachsenwerden an diesem eigensinnigen Ort, den Julia – die dritte im Bunde – aus der Perspektive einer kiffenden Großstädterin erst entdecken muss. Diesen drei Charakteren, die offensichtlich nichts gemeinsam haben und deren Wege sich nur peripher kreuzen, scheint nur eines gemeinsam: die Stadt Owl. Ein wirklicher Plot findet sich nur in den Julia-Kapiteln: ihr Umzug in die Stadt, das Kennenlernen der Gepflogenheiten, ihr Job als Lehrerin und ihr zunehmender Alkoholismus bei latenter Depression und dem Wunsch, einen Partner zu finden. Die Kapitel über Mitch und Horace werden dagegen von assoziativen Gedankengängen über das Älterwerden und Football bestimmt. Auch aufgrund dieser Handlungs- und der oftmals daraus resultierenden Spannungsarmut der einzelnen Erzählstränge wird jedoch eines deutlich: Die eigentliche Hauptfigur ist die Kleinstadt Owl. Klosterman versucht einen episch erzählten Flickenteppich aus Anekdoten und Kurzgeschichten zu schustern, der ergänzt durch ebenso zahllose wie letztlich unwichtige Nebenfiguren eine Annahme wiederholt unterstreicht: Owl ist ein merkwürdiges Nest – und deshalb eine ganz normale kleine Stadt.<br />
Eingefasst wird die Handlung, welche sich über den Zeitraum zwischen August 1983 bis Februar 1984 erstreckt, von zwei Zeitungsmeldungen: Als Prolog dient eine (fiktive) Zeitungsmeldung über einen tödlichen Blizzard, auf welche die Kapitel zulaufen und die wie ein dunkler Schatten über der Erzählung liegt. Thematisch beschreitet Klosterman auch hier bekanntes Gebiet: Er beschreibt die Normalität als Einzelschicksal im Zusammenhang eines größeren Ganzen – was durch die Zeitungsmeldung im Epilog nur unterschrieben wird. Letztlich tauchen Fragen nach Identität und Selbstdefinition in unterschiedlichen Lebensabschnitten auf. Es geht um Erinnerung, um Nostalgie – und die hängt meist an bestimmten Orten. Orten wie Owl. Auch wenn dort eigentlich nie etwas passiert.</p>
<p>Auf dem Papier scheint Klostermans erster Roman ein stimmiges Bild. Er bedient sich einer Erzählstruktur, die an Episodenfilme von Richard Linklater oder Robert Altman erinnert &#8211; ausgelegt auf die nicht offensichtlichen Zusammenhänge, ohne dabei eine große Skandalschau zu betreiben. Doch dies funktioniert in der Umsetzung nicht ganz reibungsfrei. Als Hauptproblem erscheint letztlich der Autor Klosterman selbst, beziehungsweise seine Sprache und sein Erzählstil, denn dieser bleibt stets dem für ihn typischen Essayistischen verhaftet. Dass diese Art zu Schreiben in Klostermans journalistischen Texten, gepaart mit Sarkasmus und pointiertem Witz, bestens funktioniert, steht außer Frage. Doch ist dies nunmal ein vorwiegend kommentierender und beschreibender Stil, kein erzählender. „Downtown Owl“ liest sich letztlich wie jedes andere Buch von Chuck Klosterman, was auch daran liegt, dass signifikante Merkmale seines Stils, wie beispielsweise die expliziten Aufzählungen, gepflegt werden wie eh und je. Dass dieser sehr eigene Stil leider gar nicht zum hier versuchten Roman passt, wird insbesondere an den Stellen deutlich, an denen Klosterman den kommentierenden Musikjournalisten nicht hinterm Berg halten kann: So mag es vielleicht richtig sein, dass dieser oder jener Charakter diese oder jene Band nie gehört hat und nie hören wird, aber ist es auch wichtig? Dass Klosterman diese Bands kennt und auch um ihre Bedeutung weiß, das hat er mehrfach bewiesen. Doch nicht immer funktioniert sein Wissen auch im Kontext dieser Erzählung – manchmal wirkt es einfach fehl am Platz und &#8211; eigentlich unglaublich, dass ich dies mal Klosterman schreibe: aufgesetzt. Es wirkt wie der Versuch, den als eigen geglaubten Stil in eine andere Textgattung zu übertragen, wobei aber leider Form mit Inhalt verwechselt wurde.</p>
<p>Dabei kann Chuck Klosterman erzählen. Das hat er in der Vergangenheit mit lesenswerten Reiseberichten wie „Killing Yourself to Live“ oder dem „Something that isn&#8217;t true at all“-Kapitel aus „Chuck Klosterman IV“ (einer Essay- und Artikelsammlung) bewiesen. „Downtown Owl“ scheint als Roman der logische nächste Schritt, das Zusteuern auf einen rein fiktionalen Text, was letztendlich leider nur bedingt gelingt. Der epische Flickenteppich aus Anekdoten und Skizzen ergibt, abgesehen vom Sprachlichen, zwar ein weitgehend stimmiges Bild. Doch fügt sich als Erzählung nicht so zusammen, wie es zu erhoffen blieb. Dies betrifft einerseits die angesprochene Handlungs- und Spannungsarmut, doch Klostermans erster eigenständiger Roman scheitert letzten Endes an etwas anderem – und dies sind ironischerweise exakt denselben Qualitäten, die seine bisherigen Texte ausgemacht haben: die eigene Person. Und wie die Nostalgie seine Figuren bestimmt, so kann auch Klosterman letztlich die schreiberische Vergangenheit nicht abschütteln.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-78" title="ding" src="http://herrvogel.net/wp-content/uploads/2009/04/ding.jpg" alt="ding" width="50" height="13" /></p>
<p><em>Chuck Klosterman – Downtown Owl. Scribner: New York 2008. ISBN: 1-4165-4418-6. Preis: 20,99 Euro. 288 Seiten</em></p>
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