RSS-Feed twitter facebook flickr xing

Posts Tagged ‘filmanalyse’

Die Welt aus den Fugen: Die Titelsequenzen von Dawn of the Dead und Watchmen

12. Oktober 2009 | was über filme

Es gibt viele gute, aber es gibt nur wenige wirklich großartige Titelsequenzen. Und zwei davon hat – ich weiß, es klingt komisch – Zack Snyder gemacht. Ausgerechnet jener Zack Snyder, dessen Filme (Dawn of the Dead, 300, Watchmen) sich vorwiegend dadurch auszeichnen, dass sie maßlose Brutalität detailliert zur Schau stellen und eher wenig Respekt vor Zuschauermägen zeigen. Snyders Kamera schaut dort hin, wo andere wegschauen würden. Zombies, Streitäxte, Frittenfett: Snyder zeigt, und entspricht damit einer (seiner!) Generation junger Regisseure, denen allgemein wenig daran gelegen ist, filmische Grausamkeiten nur in den Köpfen der Zuschauer entstehen zu lassen. Zu diversen Streitfällen dieser neuen Mainstream-Brutalität wie Saw, Hostel und Co. war auch der Vorwurf nicht weit, hier würden lediglich Gewaltpornos fabriziert. Doch wie immer man zu Gewalt auf der Leinwand steht, Snyders Filmen kann man durchaus zugute halten: Visuell sind sie allererste Güte.

Watchmen - Die Wächter / Bild von MovieGod.de
(Watchmen – Die Wächter / Bild von MovieGod.de)

Weiterlesen »

Ejchenbaum in Hollywood: Die Bedeutung der „Inneren Rede“

16. September 2009 | was über filme

Das Beeindruckende an den unterschiedlichen Fassungen von Francis Lawrence‘ I Am Legend ist, dass sie beide funktionieren. So mag es nicht sonderlich erstaunlich sein, dass ein Film durch nur drei Änderungen (zwei weggelassene Szenen, eine veränderte) eine grundlegend andere Bedeutung erhalten kann. Vielmehr ist es erstaunlich, dass beide Versionen für sich genommen und ihre jeweilige Dramaturgie betrachtet, funktionieren. So arbeiten beide Filme selbstverständlich mit denselben Fixpunkten der Handlung, doch haben sie eine jeweils andere Bedeutung. Weiterlesen »

I Am Legend oder die Feigheit Hollywoods

30. April 2009 | was über filme

Es fällt schwer, die ersten beiden Drittel von I Am Legend nicht zu mögen. Umso leichter fällt es aber, das letzte Drittel zu verdammen – und gut wie gerne für alles verantwortlich zu machen, was im modernen Hollywoodkino nicht stimmt. An dieser Stelle sei eine ausdrückliche Spoilerwarnung ausgesprochen – zur Kinofassung und zur alternativen Fassung.

I Am Legend / Bild von MovieGod.de
(I Am Legend / Bild von MovieGod.de)
Weiterlesen »

Bildschirmmedien im Science Fiction Film: (6) Fazit (überarbeitet)

24. April 2009 | was über filme

Im Vorwort dieses Essays schrieb ich, dass die Untersuchung letzten Endes ein wenig gescheitert ist. Wobei, gescheitert ist hierbei vielleicht der falsche Ausdruck, es kam einfach etwas anderes dabei heraus, als das, worauf ich anfangs hinaus wollte. Ich dachte, es ließen sich zwei Einsatzbereiche von Bildschirmmedien im zeitgenössischen Science-Fiction-Film unterscheiden: Einerseits die optische Funktion, das Zeigen einer Zukunftswelt, und andererseits die inhaltliche Funktion, die Bedeutung der Screens für die Handlung eines Films. Das hätte dann in einem schönen Fazit resultieren sollen, über den oberflächlichen Einsatz von Bildschirmen (zum Beispiel in Blockbusterfilmen) und einer tiefer gehenden Bedeutung (zum Beispiel in klaren Dystopien). Doch wie sich herausstellte, war das nicht so einfach – und letztlich nicht möglich. Vielmehr zeigte sich, dass Bildschirme in den untersuchten Science-Fiction-Filmen – von Nineteen Eighty-Four und dessen Klonen über die Philip-K.-Dick-Adaptionen bis hin zu Blockbusterproduktionen wie Michael Bays The Island oder Filmen wie Gattaca und Southland Tales – letztlich immer eine Mischform beider Einsatzbereiche findet. Der Einsatz der Screens variiert dabei von Film zu Film: Oftmals haben sie nicht nur eine vorwiegend ästhetische Aufgabe zu erfüllen, sie können auch entscheidend helfen, die Handlung voran zu treiben – Stichwort: MacGuffin-Funktion. So hat sich also herausgestellt, dass selbst in Filmen wie Minority Report – wo Bildschirme hauptsächlich zum Zwecke des Zeigens einer Zukunftswelt eingesetzt werden – Screens eine auch für die Handlung wichtige Rolle einnehmen können. Zwar mit individuellen Differenzierungen, die aber immer in einem Bedingungsverhältnis von Form und Inhalt stehen und sich einer klaren Einteilung entziehen.

Doch ausgehend davon fand sich etwas anderes, eine im Grunde wesentlich interessantere Beobachtung: Denn in allen in diesem Essay untersuchten Filmen geht es im Grunde um die Vortäuschung von Tatsachen, dem Propagieren einer Realität, oft und meist zur Sicherung eines portraitierten Staates oder eines anderen bestehenden Systems. Die Funktion der Bildschirme im Stadtbild der phantastischen Stadt ist meist festgeschrieben: Sie dienen der Werbung, der Propaganda, und tragen Sorge für eine flächendeckende Verbreitung der (propagandistischen) Nachrichten. Sie etablieren die von diversen Obrigkeiten inszenierte Realität und helfen, diese aufrecht zu erhalten. Aufgabe der Protagonisten fast aller Filme ist es meist, dieses auf den öffentlichen Screens gezeigte Bild zu hinterfragen und die Wahrheit hinter der propagierten Realität heraus zu finden. Nicht selten handelt es sich um Figuren des repressiven Systems selbst, die sich letztlich gegen das eigene System stellen.

Die öffentlichen Bildschirme halfen hier fast ausschließlich, diese im Film imaginäre Realitätseben zu erschaffen, sie zu definieren und zu verändern. Im Rahmen der filmischen Darstellung dieser Realitätsebene operieren Screens dann wiederum mit den ursprünglich untersuchten Funktionen: zwischen dem Zeigen der Zukunft und der Bedeutung für die Dramaturgie als den zwei Grundaufgaben.


ding

Übersicht:

„Bildschirmmedien im (ausgewählten) zeitgenössischen Science-Fiction-Film: Eine Untersuchung im Hinblick auf dramaturgische und stilistische Funktionen, sowie den Einsatz im Stadtbild“

(1) (Überarbeitete) Einleitung
(2) Big Brother always wins: Nineteen Eighty-Four
(3) Don’t let the man get you down: Equilibrium und V For Vendetta
(4) Philip K. Dick: Total Recall, Minority Report, A Scanner Darkly
(5) Overkill und Minimalismus: Southland Tales, Gattaca, The Island

Überarbeiteter Abschlussessay zur LV „Die phantastische Stadt. Elemente einer Geschichte des Phantastischen Films 1″ (Mag. Thomas Ballhausen), Uni Wien, Sommersemester 2008

Bildschirmmedien im Science Fiction Film: (5) Overkill und Minimalismus

24. April 2009 | was über filme

(Spoilerwarnung! Southland Tales, Gattaca, The Island!)

In Richard Linklaters A Scanner Darkly fällt rein optisch natürlich eines sofort auf: die Rotoskopie-Animation – per CGI überzeichnete Filmaufnahmen. Ob Mittel der Verfremdung, Blick durch den Scanner, Entfremdung von der Realität durch Drogenkonsum – die Deutungsmöglichkeiten sind vielfältig, und atmosphärisch gesehen fügen sich die Screens so stimmig ins Gesamtbild wie die verzerrenden Halbrund-Bildschirme in Terry Gilliams Brazil (1985). Der Blick durch den Scanner wird jedoch auch im Plot selbst gezeigt: Arctor sitzt vor mehreren Screens und betrachtet das Geschehen in seiner Wohnung, der Zuschauer verfolgt dies mit ihm – und das nicht über Split-Screens als Schnitt-Technik, sondern auf den tatsächlichen Bildschirmen auf Arctors Arbeitsplatz. Ähnliches findet man fast allen in diesem Text genannten Filmbeispielen – meist sitzen die Figuren am Arbeitsplatz (in Cubicals) vor ihrem Schirm und arbeiten – doch am deutlichsten, und in allen erdenklichen Auswüchsen, findet sich diese Betrachtungsweise in Richard Kellys Southland Tales (2006). Weiterlesen »

Bildschirmmedien im Science Fiction Film: (4) Philip K. Dick und die Zukunft

23. April 2009 | was über filme

(Spoilerwarnung! Total Recall, Minority Report, A Scanner Darkly!)

Was ein Arnold-Schwarzenegger-Actionfilm von Paul Verhoeven, ein Tom-Cruise-Blockbuster von Steven Spielberg und ein halber Indiestreifen von Richard Linklater gemeinsam haben? Sie basieren alle mehr oder weniger auf Geschichten von Philip K. Dick: Total Recall (1990), Minority Report (2002) und A Scanner Darkly (2006) sind darüber hinaus aber drei Filme, in denen die dargestellten Bildschirmmedien ähnliche Funktionen besitzen: Sie dienen vorwiegend zur Illustration der im Film gezeigten Zukunftswelt, wobei sie aber auch für die Handlung wichtige Funktionen begleiten. So ist ihre Bedeutung im Film nicht eine derart zentrale und allumfassende wie in Nineteen Eighty-Four oder Equilibrium. Ähnlich wie in V For Vendetta sind sie mehr Teil des Ganzen und innerhalb ihrer zugeteilten Rolle auch von Bedeutung für den Plot. Sie dienen als dramaturgisches Vehikel für die Mars-Reise in Total Recall, als wichtigstes Arbeitsinstrument des Pre-Crime-Departments in Minority Report und als polizeiliches Überwachungsinstrument in A Scanner Darkly. Und, man kann es fast als den „Philip K. Dick Twist“ der Geschichten bezeichnen, liefern die Screens immer auch Anhaltspunkte für philosophische Überlegungen und Fragestellungen innerhalb der Geschichten. Weiterlesen »

Bildschirmmedien im Science Fiction Film: (3) Equilibrium / V For Vendetta

22. April 2009 | was über filme

(Spoilerwarnung! Equilibrium, V For Vendetta, Nineteen Eighty-Four!)

Betrachtet man die lange Liste der literarischer Anleihen, die Autor und Regisseur Kurt Wimmer als Grundlage seiner Geschichte in Equilibrium (2002) nutzte, ist George Orwells „1984“ – neben Ray Bradburys „Fahrenheit 451“ und Aldous Huxleys „Brave New World“ – die wohl offensichtlichste. Auf ästhetischer Ebene erinnert Equilibrium zwar eher an The Matrix (Andy und Larry Wachowski, 1999), thematisch wandelt der Film jedoch auf eingetretenen Dystopie-Pfaden. So ist es nur konsequent, dass sich Autor und Regisseur Wimmer auch beim Einsatz von Bildschirmen (im Stadtbild) ganz auf bekannte Vorbilder verlässt. Große Screens – an Gebäuden, an Zeppelinen oder auch als Public-Viewing-Anlagen oder in öffentlichen Gebäuden in der Stadt Libria, sowie als eine Art Bildungs-TV in den Privatwohnungen – die wie in Nineteen Eighty-Four belehrenden, propagandistischen Inhalt zeigen: Was dort die Goldstein-Thematik und Schuldbekenntnisse waren, sind hier Bilder von Hitler und der Atombombe, um derartiges unter Einnahme der Emotions-tötenden Pille „Prozium“ zu verhindern. Vordergründig sollen humanitäre Ideen unterstützt werden, die sich jedoch beim Blick hinter die Kulissen als Mittel der Kontrolle und Unterdrückung eines unmenschlichen, totalitären Staates herausstellen, und einzig der Sicherung des Status quo für die Regierung dienen. Weiterlesen »

Bildschirmmedien im Science Fiction Film: (2) Nineteen Eighty-Four

22. April 2009 | was über filme

(Ausdrückliche Spoilerwarnung!)

Wie im Open-Air-Kino sitzen die Arbeiter vor einem riesigen Bildschirm auf dem die Hetzreden übertragen werden: Propaganda für den Staat, Motivation der Massen durch ein gemeinsames, staatlich inszeniertes Feindbild. Bald schreien die Arbeiter den Bildschirm an, springen vor Empörung von ihren Sitzen, strecken demonstrativ das Handzeichen der Partei in die Luft: Massendynamik zwischen Hysterie und Organisation. Die Rolle der Bildschirme im Film wird gleich in dieser Auftaktszene festgelegt, und in Nineteen Eighty-Four (Michael Radford; 1984) gibt es von diesen Bildschirmen eine Unzahl. Weiterlesen »

Twitter-Updates:

Twitter Updates

    die epstein fragmente
    Stichworte:
    Manifestlich:
    I am a hard bloggin' scientist. Read the Manifesto.