„Filme sind zum Anschauen da und nicht zum Analysieren. Wären sie dazu gedacht, als Ausgangspunkt für theoretisches Geschwätz zu dienen, wären sie schließlich Bücher und keine Filme.“
Allein der Versuch einen Film zu analysieren, würde letztendlich nur zu Enttäuschungen führen. Man wäre gezwungen, den Film als solchen als Untersuchungsgegenstand zu betrachten, ihn entsprechend mit wissenschaftlichen Fragestellungen zu konfrontieren und ihn folglich systematisch zu untersuchen. Man müsste den Film womöglich einer anstrengenden Aufgliederung unterziehen, zwischen diversen Teilbereichen unterscheiden, diese dann strukturieren und getrennt von einander wie auch in Verbindung miteinander betrachten. Man müsste nahezu sezierend tätig werden und hiernach auswerten, gegebenenfalls Wertigkeiten finden und letztlich den Film in Kontexte setzen. Unter Umständen müsste man sogar erst Kontexte schaffen, in den man den Film betten könnte – schlimmstenfalls in Anlehnung an andere Disziplinen, deren Vergleich mit dem Film ihnen gänzlich unwürdig wäre. Man müsste Worte und Bezeichnungen aus der Luft greifen, letztlich eine eigene Sprache der Filmanalyse erdenken, manches übersetzen, was wohl unweigerlich zu unterschiedlichen Auffassungen führen und womöglich diesbezüglich geteilte Lager oder gar unterschiedliche Schulen vorbringen würde. Die bemühte Konsequenz einer analytischen Tätigkeit wie dieser wäre nicht mehr als eine instabile, überaus schwammige theoretische Grundlage; der Graus einer Filmtheorie.
Und bei dieser Filmtheorie, die natürlich keineswegs eine einheitliche wäre, würde das Dilemma erst beginnen. Man würde anhand genannter Analysepraxis – deren Methoden man ohnehin schon unpassenderweise fremder wissenschaftlicher Disziplinen entlehnt hätte – versuchen wollen, die Funktionsweisen eines Films nachzuvollziehen. Man würde glauben, ein Film müsse verstanden werden. Ausgehend von unterschiedlichen Blickwinkeln würde man auch den Versuch anstellen, Filme auf verschiedene Arten zu begreifen – und beruhend hierauf gar zu interpretieren. Früher oder später würde man dem Irrglauben erliegen, diverse Lesarten gefunden zu haben und einen Regisseur womöglich mit einem Autoren gleichsetzen. Letzten Endes würden diese und andere Anmaßungen nur in theoretischem Geschwätz resultieren, bildlich gesprochen schlicht dem Bau von Luftschlössern dienen. Schließlich würde jemand auf die Idee kommen, Film als Kunstform zu verstehen, entsprechend weiter zu deuten und gründend auf diesen Theorien auch noch glauben, dies alles hätte Einfluss auf die Produktion zukünftiger Filme und wäre womöglich sogar von historischer Bedeutung.
Es zeigt sich also: Wenn man Filme analysiert, dann baut man nicht nur Luftschlösser. Man beginnt obendrein, in diesen auch noch Gespenster zu sehen.

Scheint mir ein guter Beitrag, dieses Blog und die Filmkategorie einzuweihen. Eine alte Hausübung für ein Seminar, an deren Ende auch der Satz stehen könnte: Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil.