Kurzer Zeitsprung, 2001 oder 2002. Ich bin siebzehn oder achtzehn Jahre alt, besuche äußerst erfolgreich die Oberstufe eines Gymnasiums und feiere gerade eine Freistunde in dieser gewissen, einer Kneipe nicht unähnlichen Lokalität gleich neben der Schule. Auf einmal tönen aus der überaus schäbigen Anlage zweieinhalb rotzig gespielte Akkorde in einem katastrophal beschissenen Sound, sind dabei aber so schwungvoll und so ansteckend, nicht nur fußwipptechnisch gesehen, dass ich nicht anders kann, als nie wieder den bisher so geliebten Punkrock zu hören. Wie sich rausstellte, war das „Last Nite“ von den Strokes. Und wie sich auch rausstellte, sahen diese fünf Typen aus wie ich. Durcheinander in den Haaren, allgemeine Verfassung blass bis irgendwie kränklich, und im Gesichtsausdruck eher gelangweilt. Klamottentechnisch hatten die Jungen aus New York mir natürlich einiges voraus, weil – auch das stellte sich heraus – die hatten ja alle so reiche Eltern. Aber das machte nichts, ich mochte sie trotzdem. Und alle anderen mochten sie auch. Und dann kamen ganz viele weitere Bands, die so waren die Strokes. Das war dann „Indie“, anfangs auch gern „Garagenrock“, weil die so klangen und weil das damals in Musikzeitschriften stand. Und wir, die nicht auf den Bühnen standen, wir trugen auch enge Jeans und dreckige weiße Turnschuhe. Das war wieder cool, wahrscheinlich zum ersten Mal seit den Ramones, die wir natürlich auch alle mochten. Weiterlesen »
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Der erste Eintrag
13. April 2009 | notizenZum Auftakt ein wenig Pathos: zurück auf der Straße! Notizen, Literarisches, Texte über Filme – herrvogel.net ab sofort das neue Zuhause
Manchmal, wenn ich so allein unterwegs bin, zum Beispiel auf der kombinierten Auto-Flug-Busreise von Bitburg nach Wien, dann fallen mir immer so schöne Sätze ein. Beobachtungen und Ideen und ich denke: kleine Wahrheiten über mich selbst, und natürlich sind sie’s dann nicht. Aber von denen wünschte ich mir, sie wären Teil von was Größerem. Ein Buch vielleicht, weil ein Buch möchte ja jeder mal schreiben. Ein neues Blog vielleicht, weil man möchte den Ideen und Texten ein Zuhause geben und oft weiß man nicht, wo das sein soll. Und überhaupt, wenn ich so unterwegs bin, dann glaube ich, dass allein das schon was wert ist: unterwegs zu sein. Doch hier jedenfalls, dieses neue Blog, ist erstmal das neue Zuhause. Eine Sammlung unterschiedlicher Texte, in der auch verzeichnet werden soll, was nicht für’s Internet geschrieben wurde: filmwissenschaftliche Texte, journalistische und auch die aus der literarischen Ecke.
Und, wie es sich für einen ersten Beitrag gehört: ein herzliches Dankeschön an den Herrn Programmierer und WordPress-Magier erster Güte Ansgar Jonietz, der jede Kleinigkeit bezüglich Design, Layout und Software mit perfektionistischer Engelsgeduld in die webzwonullfähige Tat umsetzte. Dafür vielmals bedankt!






